Hier findest du Informationen, um Betroffenen von häuslicher Gewalt helfen zu können

Egal ob du für eine befreundete Person, jemanden auf der Arbeit oder in der Nachbarschaft nach Hilfe suchst. Hier findest du Informationen, Organisationen und hilfreiche Links rund um das Thema häusliche Gewalt bzw. Gewalt in Partnerschaften. 

Das Wichtigste ist: glaube Menschen, die sich dir anvertrauen. Höre ihnen vorurteilsfrei zu, setze sie nicht unter Druck zu reden oder zu handeln. Die meisten Menschen in dieser Situation  haben große Angst davor, dass ihnen nicht geglaubt werden könnte. Rede mit niemandem und tu nichts ohne Erlaubnis der betroffenen Person. Vertrau ihren Ängsten. 

Nicht alle Informationen und Links werden für dich beziehungsweise die betroffene Person interessant oder relevant sein. Lies dir zuerst einfach die Überschriften durch, dann wirkt die Suche nicht mehr so unübersichtlich.

Grundsätzlich gilt: sende niemals Links oder andere schriftliche Nachrichten (genausowenig Sprachnachrichten) an eine betroffene Person, da du dir nie sicher sein kannst, ob ihre Kommunikation überwacht wird. Sprich nur am Telefon mit einer Person über das Thema, wenn du weißt, dass sie sprechen kann. Mach im Zweifelsfall ein unauffälliges Code-Wort bzw. einen Satz für Momente aus, in denen die gewalttätige Person mithören könnte. 

Ein Überblick über das Thema Gewalt in Beziehungen

Wie kann man bei häuslicher Gewalt helfen? Was kann man tun, wenn eine Person, mit der man befreundet oder verwand ist oder mit der man zusammen arbeitet, betroffen sein könnte? Diese Seite anzuschauen, wird dir helfen Ideen zu finden, wie du vielleicht helfen könntest. Die Zentrale Informationsstelle Frauenhäuser bietet auf ihrer Website eine Vielzahl von nützlichen Informationen an. In diesem Artikel wird aufgezeigt, weshalb man wegen, nicht trotz Gewalt von einer Person abhängig sein kann. Dieser Artikel fasst (auf englisch) zusammen, was man sagen sollte, wenn sich einem jemand über eine gewalttätige Beziehung öffnet und was besser nicht. Frauen raus aus der Gewalt informiert ebenfalls über viele Themen, die dir vielleicht helfen könnten. Auf dieser Seite gibt es Informationen zum Thema häusliche Gewalt, Präzise und praktische Tipps für Betroffene - aber auch für Frauenbeauftragte, Mitarbeiter*innen von Ämtern, Betriebsrät*innen etc., die in Fällen häuslicher Gewalt beraten. Daher dürftest du dort einige nützliche Informationen finden. Terre des Femmes bietet ebenfalls umfangreiche Informationen an. Eine sehr gute Recherche zum Thema häusliche Gewalt in der Corona-Pandemie hat das journalistische Recherchezentrum Correctiv veröffentlicht, die ebenfalls dazu beigetragen hat, dass wir Lou&You schneller veröffentlichen wollten. 

Diese Seiten helfen dir herauszufinden, ob eine Beziehung oder Ehe gewalttätig ist

Erst einmal vorweg: nicht nur körperliche Gewalt ist Gewalt. Auch Drohungen, der anderen Person, sich selbst oder gemeinsamen Kindern etwas anzutun, zählen dazu. Wenn eine Person beleidigt, erniedrigt oder eingeschüchtert wird oder beschuldigt wird, das gewalttätige Verhalten zu provozieren oder wenn soziale Kontakte verboten werden, ist das häusliche Gewalt. Genauso, wenn eine (volljährige) Person nicht selber über ihren Aufenthaltsort, ihr Verhalten, ihr Aussehen oder finanzielle Ausgaben entscheiden darf. Nicht zuletzt sind auch Stalking und sexualisierte Gewalt häufig Teil gewalttätiger Beziehungen und sollten als solche ernst genommen werden. 

Dieser Artikel kann dir dabei helfen festzustellen, ob eine Beziehung oder Ehe tatsächlich gewalttätig ist. Hier und hier erfährst du, wie man Gewaltbeziehungen beziehungsweise häusliche Gewalt generell erkennen kann. Auf der Internetseite von Re-Empowerment gibt es eine Vielzahl weiterer guter Artikel zu dem Thema. Zum Beispiel wird die Frage gestellt, ob es noch Liebe ist oder doch eher Gewalt. Re-empowerment informiert zudem über typische Merkmale einer Gewaltbeziehung und über soziale Gewalt und Isolation als eine schleichende Verstrickung. Wer sich über Kategorien psychischer und verbaler Gewalt informieren möchte, findet hier Antworten. 

Informationen zum Thema Frauenhaus

Bei der Frauenhauskoordinierung findest du ausführliche Informationen zu allem, was du wissen musst. Zum Beispiel wird erläutert, was man in ein Frauenhaus mitbringen sollte und wie man einen Platz im Frauenhaus findet. Dieser Erfahrungsbericht über Frauenhäuser könnte der betroffenen Person helfen, sich zu entscheiden, ob ein Frauenhaus eine Möglichkeit für sie sein könnte. Hier erfährst du außerdem, dass Kinder im Frauenhaus ebenso gut aufgehoben sind wie erwachsene Frauen*. 

Hier erfährst du, wie man seine digitale Privatsphäre schützen kann

Was, wenn die Person, die gewalttätig ist, Zugriff auf das Handy oder den Computer gehabt haben könnte? Unter anderem sind Spionage-Apps ein häufig gewähltes Mittel, um Kontrolle auszuüben. Wir werden in den kommenden Wochen ausführliche Informationen zu digitaler Sicherheit veröffentlichen. Hier bereits vorab einige Artikel, die dir helfen, wenn auf dem Smartphone der Person, um die du dich sorgst, eine Spionage-App geladen worden sein könnte. Da diese Form technologischer Überwachung häufiger vorkommt, als man denkt, ist es ratsam, dieses Risiko auszuschließen. Zu so genannter Spyware, also Überwachungssoftware, findest du hier ebenfalls einen Artikel. Außerdem erfährst du hier, wie man seine Privatsphäre generell besser schützen kann.

Relevante juristische Informationen

Auf dieser Website wird erklärt, dass jeder Mensch ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung hat. Die Informationen wurden zwar für Jugendliche aufbereitet, viele Informationen gelten aber genauso für erwachsene Betroffene von Gewalt im eigenen Haushalt. Die Seite umfasst auch psychische Gewalt, die in den meisten häuslichen Gewaltsituationen eine große Rolle spielt. Fragen zum Sorge- und Umgangsrecht bei Gewalt sind eine der größten Sorgen betroffener Menschen. Informationen dazu findest du hier. Die autonomen Frauenhäuser informieren hier über Kindeswohl im Fokus: Partnerschaftsgewalt und Umgangsrecht. 

Buchempfehlungen

Bitte sende zu keinem Zeitpunkt Links zu Websites an die Person, um die du dir Sorgen machst, insbesondere nicht zu Amazon und ähnlichen Seiten, deren Accounts häufig von mehreren Personen in einem Haushalt geteilt werden. Aus diesem Grund haben wir die Bücher hier nicht verlinkt. Das Buch "The Social Dynamics of Family Violence" von Angela J Hattery wurde uns mehrmals ans Herz gelegt. Wenn du dich mit dem Thema Trauma mehr auseinandersetzen möchtest, ist das Buch "The body keeps the score" von Bessel Van der Kolk höchst empfehlenswert. Wir würden allerdings die Hörbuchversion empfehlen, da es angenehm zu hören ist, aber nicht gerade leichte Lektüre. 

Informationen zur Trennung

Hier erfährst du, wie man eine Gewaltbeziehung beenden kann (und wie schwierig das ist) und hier geht es darum, wie sich jemand nach der Trennung am besten schützen kann. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Trennung vorher unter Sicherheitsaspekten zu planen. Dabei kannst du eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise, indem du wichtige Dokumente (Reisepass, etc.) vorher an dich nimmst und sicher aufbewahrst. Wie du am besten in einem Trennungsfall helfen kannst, ist in diesem Artikel zu lesen. Das Selbsthilfeforum Trennungsschmerzen gibt zudem Informationen zu Themen wie Kummer, Trennung, Scheidung, Beziehungsproblemen, Gewalt und mehr und bietet die Möglichkeit, sich darüber mit Anderen auszutauschen. Helfende Personen können hier einiges über die Not- und Abhängigkeitssituation erfahren, der sich betroffene Menschen meist ausgesetzt fühlen. 

Möglichkeiten der Selbsthilfe

Hier erfährst du mehr darüber, wie man psychologische Unterstützung findet. Außerdem gibt es ein Selbsthilfeforum, in dem sich betroffene Personen Unterstützung suchen und auf Menschen stoßen können, denen ähnliche Dinge passiert sind. Generell kann eine Auseinandersetzung mit der Informations- und Austauschplattform für Frauen*, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind oder waren, Betroffenen dabei helfen, mit dem Erlebten umzugehen. Im Fokus stehen hier psychische und verbale Gewalt.

Gewalt im Namen der Ehre / Zwangsheirat

Auch Gewalt im Namen der Ehre kann unter den Sammelbegriff "häusliche Gewalt" fallen. Unter diesem Link erfährst du mehr über Gewalt im Namen der Ehre. Auch Zwangsheirat ist eine Form von Gewalt, von der viele Menschen in Deutschland betroffen sind ​und die manchmal als Alternative zu Feminiziden bzw. Gewalt im Namen der Ehre verübt wird. Da Zwangsehen Betroffenen häufig nur kurzfristig angekündigt werden, ist in diesen Fällen besonders schnelles Handeln gefragt. Obwohl du dich grundsätzlich nie über die Wünsche der betroffenen Person hinweg setzen solltest, sind Zwangsehen eines der Themen, in denen Behörden und die Polizei besonders effektiv helfen und zügig durchgreifen können. Auch eine neue Identität kann in Einzelfällen in Frage kommen. Die betroffene Person muss dafür allerdings bereit sein, sämtliche Kontakte zu Freunden und Familie - inklusive dir - für immer aufzugeben. Sprich daher so früh wie möglich mit der betroffenen Person. 

Informationen zum sexuellen Missbrauch 

Das Hilfetelefon sexueller Missbrauch steht jeder Person kostenlos unter 0800/2255530 zur Verfügung, die gerne mit jemandem sprechen würde. Für wen es zu viel Überwindung kostet, mit jemandem zu sprechen, gibt es im Hilfeportal sexueller Missbrauch Antworten und Informationen. 

Sexualisierte Gewalt in der Partnerschaft

Sexualisierte Gewalt findet meist nicht durch Unbekannte, sondern häufig in Beziehungen oder durch Ex-Partner*innen statt. Ein Flyer des Vereins Lara Berlin informiert über sexuelle Übergriffe in Ehe und Partnerschaft. Ausführlich kannst du dich bald über sexualisierte Formen von Gewalt auf unserer Seite für Betroffene oder für Angehörige informieren. 

Ein paar Zahlen zu den (rein Finanziellen) Kosten von häuslicher Gewalt

Das Ausmaß von Gewalt und ihren (rein monetären) Kosten für unsere Gesellschaft ist riesig. Die Frauenhauskoordinierung schreibt hier über die finanziellen Kosten häuslicher Gewalt und in dieser Studie wird ebenfalls anhand der Kosten aufgezeigt, wie viele Menschen gravierend von häuslicher Gewalt betroffen sind. Auch die EU hat eine Studie veröffentlicht, in der sie auf erschreckende Ergebnisse kommen. 

Diese Links sind für Menschen geeignet, die Täter*innen sind oder es werden könnten 

Gewalt wird niemals von der betroffenen Person verursacht, sondern liegt allein in der Verantwortung der Gewalttätigen. Das Survival-Kit von BIG e.V. richtet sich an Männer*, kann aber auch dir einen guten Einblick bieten. Das Europäische Netzwerk für Täter*innen häuslicher Gewalt bietet viele nützliche Informationen, ebenso die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit